Feminismus 2.0 und die Google-Universität
Vor einem Monat hatte ich plötzlich erstaunlich viele Zugriffe auf einen Text auf meiner Website. Es waren insgesamt über 140 Besuche, alle für Mitte April registriert. Sämtliche Besucher kamen aus Ostdeutschland auf meine Seite – Schwerpunkt Jena. Der gefragte Text trägt den Titel: “Feminismus 2.0 – Plädoyer für eine emanzipatorische Neuausrichtung des Feminismus”.
Gut, dachte ich mir, in Ostdeutschland denkt man also intensiv über moderne Formen des Feminismus’ nach. Nachholbedarf. Schön. Tagträumend sah ich, wie mein Text als Feministisches-Manifest an die Massen verteilt wird, Debatierrunden meine Gedankengänge in heißem Hin und Her besprechen und kritisieren.
Die Wirklichkeit war – leider – viel banaler. Wie ich inzwischen herausfand, liege ich mit dem Schlagwort “Feminismus 2.0″ an achter Stelle der entsprechenden Google-Ergebnisseite. Etwas unterhalb von meinem Eintrag ist auch der Verweis auf ein Seminar an der Universität Jena zu finden: “Geschlecht Macht Ungleichheit – Zur Soziologie der Geschlechterverhältnisse”. Dozenten: Dr. Silke van Dyk und Dr. Jörg Oberthür.
Um an dem Seminar teilnehmen zu können, mussten die Studenten unter anderem einen Essay schreiben zum Thema … na, welches wohl? Genau: “Feminismus 2.0. oder Was ist Feminismus heute?” Abgabetermin: 21.04.2008. Aha.
Somit werde ich also nicht als Wegbereiter eines neuen Feminismus’ in die Geschichte eingehen. Na ja, vielleicht habe ich es ja wenigstens geschafft, dass einige Studenten einen Platz in einem Gender-Seminar ergattern konnten (oder dieser ihnen verbaut wurde – wäre ja auch keine schlechte Sache bei den überfüllten Uni-Veranstaltungen).

